Versuch 92: Silberreinigung - Einleitung

Im Fernsehen sieht man Werbung, die Reinigungssets oder Polituren zur Reinigung von Silber präsentiert. Das Reinigen von angelaufenem Silber geht für den naturwissenschaftlich Interessierten aber auch einfacher und kostengünstiger! Man benötigt dazu nur wenige Dinge aus dem Haushalt.

Das vorliegende Experiment bietet einen Haushaltstipp aus Omas Trickkiste und zeigt dabei, wie Silber anläuft, warum alte Eier stinken und wie bei gekochten Eiern eine grüne Schicht auf dem Dotter entsteht.

Sicherheitssymbole

Als Schülerversuch geeignet. Schutzbrille tragen! In den Abfall geben.

Chemikalien

  • Silberlöffel
  • Alufolie
  • Ei
  • Speisesalz

Materialien

  • Eierbecher
  • kleine Schale
  • Wasserkocher

Durchführung

Ein rohes Hühnerei wird hart gekocht. Ein glänzender Silberlöffel wird ca. 5min in das Ei gesteckt. Nach 5 Minuten ist der Löffel schwarz angelaufen.

In der Zwischenzeit bereit man den Aufbau zur Reinigung vor: Eine kleine Schale kleidet man mit Alufolie aus und setzt Wasser auf. Das heiße Wasser gießt man in die Schale und fügt, je nach Größe der Schale, mehrere Löffel Speisesalz hinzu. Nun legt man den Silberlöffel in die Schale.

Nach wenigen Minuten ist das Silber wieder sauber.

Entsorgung

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Ergebnisse

Angelaufenes Silber lässt sich mit diesem „Trick“ einfach wieder säubern. Hinter dem ganzen Vorgang steht eine Redoxreaktion. Im Ei befinden sich viele Eiweiße oder Proteine.

Ein Protein, das Ovalbumin enthält vier Thiol- und eine Disulfidgruppe in seiner Struktur, die beide Schwefelatome enthalten. Kocht man das Ei kommt es zur Reaktion einiger dieser Schwefelatome mit Wasserstoffatomen. Es entsteht Schwefelwasserstoff, der bezeichnenderweise nach verfaulten Eiern riecht. In alten Eiern sammelt sich viel mehr von diesem Gas an, was dann zu ihrem charakteristischen Geruch führt.

Silber reagiert mit dem Schwefelwasserstoff. Es entsteht Silbersulfid.

H2S + 2Ag → Ag2S + H2

Silbersulfid sieht auf dem Silber nicht nur unschön aus, es schmeckt auch ziemlich unangenehm. Hart gekochte Eier, die mehrere Tage lagern, haben manchmal einen grünen Überzug zwischen Eiklar und Eidotter. Dieser entsteht aus einem ähnlichen Reaktionsvorgang. Es reagiert Eisen aus dem Eidotter mit Schwefelwasserstoff zu Eisensulfid.

H2S + Fe → FeS + H2

Ein schnelles Abschrecken der Eier kann diesen Vorgang verhindern.

Doch nun zurück zum Silber. Um das Silber wieder glänzend zu bekommen muss diese Silbersulfitschicht wieder zu reinem Silber zurückgeführt werden. Dazu nutzt man die Redoxreaktion zwischen Silber und Aluminium. Das heiße Wasser und das Salz beschleunigen dabei den Prozess der Elektronenübertragung. Chloridionen des Salzes lösen durch Komplexierung möglicherweise Teile der schützenden Aluminumoxidschicht des Aluminiums, wodurch die Silberionen leichter angreifen können.

Al2O3(s) + 2Cl-(aq) + 3H2O → 2[Al(OH)2Cl](aq) + 2OH-(aq)

Die Reaktion läuft danach in zwei Schritten ab:

2Al + 6H2O → 2Al(OH)3 + 3H2

Aluminium wird in Anwesenheit des Silbers durch Wasser oxidiert. Es entstehen Wasserstoff und Aluminiumhydroxid. Der Wasserstoff wird im nächsten Teilschritt durch die Silberionen oxidiert. Elementares Silber und Schwefelwasserstoff entstehen.

3Ag2S + 3H2 → 6Ag + 3H2S

Gesamtreaktion: 3Ag2S + 2Al + 6H2O → 6Ag + 2Al(OH)3 + 3H2S

Aus der Reaktion von Silbersulfid und Aluminium entstehen Silber, Aluminiumhydroxid und Schwefelwasserstoff, der durch den typischen Geruch nach faulen Eiern zu erkennen ist.

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