Versuch 90: Vorsicht Fettbrand - Einleitung

„90% alle Unfälle passieren im Haushalt“ lautet eine bekannte Aussage. Es existieren tatsächlich viele solcher und ähnlicher Statistiken, die eigentlich nur auf die vielen potentiellen Gefahrenquellen im Haushalt deuten.

Nehmen wir für ein kleines Gedankenspiel, als Beispiel die Küche. Die Hausfrau, mal wieder in Eile, hat die Pfanne mit dem heißen Fett auf dem Herd stehen lassen, rennt zum klingelnden Telefon und vergisst die Pfanne. Nach einiger Zeit wird die Pfanne mit dem heißen Fett, durch einen beißenden Geruch, Russschwaden oder das Piepsen des Feuermelders wieder ins Gedächtnis gerufen.

In der Küche bietet sich das Bild einer brennenden Pfanne. Ein Quiz für zwischendurch: Welche Reaktion ist die Richtige auf diese Situation?

a) Mit einem Handtuch abdecken

b) Mit Wasser löschen

oder c) Mit einem Deckel abdecken

Soweit die Flammen noch klein sind, ist Möglichkeit a) noch sinnvoll und möglich, das Abdecken mit einem Deckel ist jedoch der Königsweg. Dem Feuer wird so eine wichtige Grundlage entzogen - der Sauerstoff. Sollte sich jemand für Möglichkeit B entschieden haben so sei ihm unbedingt geraten, schnellstmöglich von seiner Ansicht abzukommen. Im Allgemeinen gilt der Satz:" Wasser löscht Feuer", doch folgendes Experiment wird eindrucksvoll zeigen, dass er nicht auf jede Situation übertragbar ist.

Sicherheitssymbole

Als Schülerversuch geeignet.

Chemikalien

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Materialien

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Durchführung

Wir geben keine Anleitung zu diesem Experiment. Es ist in dieser und auch in kleineren Dimensionen äußerst gefährlich und wir raten deutlich von einer Nachahmung ab! Um diesen Versuch durchführen zu können haben wir uns mit der örtlichen Feuerwehr in Verbindung gesetzt.

Einige Wehren besitzen Aufbauten, um Fettbrände zu simulieren. Interessierten Lehrern oder Dozenten schlagen wir vor sich mit der örtlichen Feuerwehr in Verbindung zu setzen, um eine ähnliche von der Feuerwehr durchgeführte Demonstration zu organisieren.

Entsorgung

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Ergebnisse

Im Bauwagen wird heißes Fett in einem Topf bis zum Flammpunkt erhitzt. Über dem heißen Fett wurde im Vorneherein ein Becher mit Wasser platziert, der über eine Kette umgekippt werden kann.

Ist der Flammpunkt erreicht und das Fett entzündet wird die Kette aus einiger Entfernung gezogen und das Wasser so in das Fett gegossen. Das brennende Fett hat eine solch hohe Temperatur, dass das Wasser, nach kurzem Einsinken ins Fett, umgehend verdampft. Bei der Verdampfung nimmt das Wasser ein deutlich größeres Volumen ein als es ursprünglich, als Flüssigkeit, hatte. Aus einem Liter Wasser entstehen knapp 1700 Liter Wasserdampf.

Mit dem Wasserdampf werden Fettmoleküle mitgerissen, die sich sofort in der Flamme entzünden. Das Ergebnis ist die auf dem Bild deutlich erkennbare Verpuffung, die in geschlossenen Räumen von etwa der Bauwagengröße bis zu zwei Drittel des Raumes einnehmen kann, was zu schwersten Verbrennung bis hin zum Tod führen kann.

Fettbrände im Haushalt sollten demnach keinesfalls mit Wasser gelöscht werden, sondern dem Feuer mit einem Deckel (oder einer schweren Baumwolldecke) die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten werden und bis zum Abkühlen des Fettes auf der ausgeschalteten Herdplatte verbleiben.

Hebt man den Deckel zu früh wieder an, kann es wieder zur Entzündung kommen. Bei größeren Bränden sollte unbedingt die Feuerwehr gerufen werden.

Auch rauchendes Fett sollte keinesfalls mit Wasser in Kontakt gebracht werden. Es kann sich kurz vor der Entzündung befinden. Durch das verdampfende Wasser wird das Fett feiner verteilt und es kann zur Zündung kommen.

Mittlerweile gibt es auch spezielle Fettbrandlöscher, die speziell auch für den Einsatz in Küchen entwickelt wurden.

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Hinweise

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Versuchsbild

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