Versuch 74: Löslichkeit eines Tischtennisballs - Einleitung

Zur Herstellung von Tischtennisbällen werden Nitozelluloseverbindungen benutzt. Aus Zelluloidplatten werden dazu runde Scheiben ausgestanzt, erhitzt und in Halbkugelformen gepresst. Diese beiden Hälften sind bei genauerer Betrachtung noch gut auf den fertigen Bällen zu erkennen.

Zur Verbindung der Hälften benutzt man Aceton. Nun kann man zu Hause den Selbstversuch starten und einen Tropfen acetonhaltigen Nagellackentferner zwischen zwei Fingern verreiben. Eine Klebewirkung ist nicht zu erkennen. Sie hat mit einer Wechselwirkung zwischen Tischtennisball und Aceton zu tun, die im folgenden Versuch deutlich gezeigt wird.

Es wird sich zeigen, dass das Kleben, oder allgemeiner das Verbinden verschiedener Körper mehreren Prinzipien unterliegt.

Sicherheitssymbole

Demonstrationsversuch Schutzbrille tragen! Gesundheitsschädlich Leichtentzündlich ?!?

Chemikalien

  • Tischtennisball
  • Aceton

Materialien

  • Pinzette
  • Becherglas

Durchführung

In ein Becherglas gibt man ca. 50mL Aceton und legt einen Tischtennisball hinein. Nach wenigen Minuten kann der aufgeweichte Tischtennisball mit einer Pinzette aus der Lösung gezogen werden.

Sollte kein Aceton vorhanden sein kann auch acetonhaltiger Nagellackentferner verwendet werden.

Entsorgung

Der Tischtennisball kann in den Abfall gegeben werden. Acetonreste werden in einer Abdampfschale im Abzug abgebrannt.

Ergebnisse

Aceton ist der Trivialname für das einfachste Alkanon: Propanon. Aceton ist ein Lösungsmittel. Lösungsmittel sind Substanzen in denen sich andere Gase, Flüssigkeiten oder Feststoffe lösen, ohne dass dabei eine chemische Reaktion stattfindet.

Das bekannteste Lösungsmittel dürfte das Wasser sein, in dem sich viele Salze lösen. Salze, wie auch Wasser sind polare Stoffe. „Gleiches löst sich in gleichem“ lautet ein bekannter Merksatz. So lösen sich unpolare Stoffe gut in unpolaren Flüssigkeiten.

Ein Tischtennisball (der auch heute noch meist aus Zelluloid besteht) und Aceton sind beides organische, unpolare Stoffe, was zum Lösen des Balles im Aceton führt. Der Vorgang kann Rückgängig gemacht werden, indem man das Aceton abgießt und Reste am "Tischtennisballklumpen" verdampfen lässt. Ist das Lösungsmittel verdampft wird er wieder hart.

Nach dem gleichen Prinzip funktionieren viele Klebstoffe. Der typische Geruch des "UHU" Klebers z.B. rührt von seinem Lösungsmittel her, dem Essigsäureethylester.

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