Versuch 55: Tanzendes Natrium - Einleitung

Natrium ist ein Metall. Man verwendet Natrium in so genannten Natriumdampflampen, die unter Anderem unsere Straßen beleuchten. In Verbindungen kommt es häufig vor. Aus dem Haushalt kennen wir das Kochsalz (Natriumchlorid) für das Frühstücksei oder das Haushaltsnatron (Natriumhydrogencarbonat) für den Kuchen.

Die Reinform, also als Metall, kommt es allerdings sehr selten, in der Natur praktisch gar nicht, vor. Es ist im Vergleich mit den uns alltäglich umgebenden und bekannten Metallen auch etwas seltsam. Auf den ersten Blick sieht älteres Natriummetall gar nicht wie ein Metall aus. Erst wenn man das verkrustete Natrium schneidet kommt ein silberner Glanz zum Vorschein.

Natrium hat ein Haltbarkeitsdatum? Schneiden? Ja, Natrium ist so weich, dass man es mit einem Messer schneiden kann, aber schon nach wenigen Augenblicken verschwindet der Glanz an der Schnittstelle. Klären wir ein wenig auf. Reines Natrium ist sehr reaktiv. Es reagiert mit vielen Stoffen, so auch sehr schnell mit Sauerstoff aus der Luft, weshalb es „abgelaufen“ und verkrustet wirkt und schon nach wenigen Momenten anläuft.

Man bewahrt Natrium daher auch in/unter Petroleum auf. Mit Petroleum und anderen einfachen Kohlenwasserstoffen zeigt das Natrium keine Reaktion.

Mit Wasser reagiert Natrium umso heftiger und unter starker Gasentwicklung. Die Umstände, dass Natrium mit dem einen sehr stark, mit dem anderen nicht reagiert kann man für ein Schauspiel nutzen, das wir tanzendes Natrium nennen.

Sicherheitssymbole

Demonstrationsversuch Schutzbrille tragen! Im Abzug arbeiten! Ätzend Wasser-/Umweltgefährdend Leichtentzündlich Neutralisieren! ?!?

Chemikalien

  • Natrium
  • n-Hexan
  • Phenolphthalein

Materialien

  • Stativ
  • großes Reagenzglas
  • Drahtnetz
  • Messer
  • Pinzette

Durchführung

Das große Reagenzglas wird gründlich mit Spülmittel ausgewaschen und zu einem drittel mit Wasser gefüllt. In das Wasser gibt man einige Tropfen Phenolphthalein und einen kleinen Tropfen Spülmittel. Mit einer Pipette gibt man nun die gleiche Menge (1/3) Hexan auf das Wasser.

Zu Versuchsbeginn entrindet man ein erbsengroßes Stück Natrium auf einem Drahtnetz und gibt es mit einer Pinzette in das Reagenzglas.

Entsorgung

Natriumreste, Messer, Pinzette und Drahtnetz werden mit einem Brenner abgeflammt. Das Hexan wird mit einer Pipette entnommen und im Abzug in einer Abdampfschale verbrannt. Die alkalische Wasserlösung wird neutralisiert und in der Ausguss gegeben.

Ergebnisse

Das Natriumstück sinkt durch das Hexan bis es auf Wasser trifft. Es bilden sich Gasblasen und das Natrium steigt wieder auf.

Dieser Vorgang wiederholt sich, während das Natriumstück immer kleiner wird. Das Wasser färbt sich dabei mehr und mehr pink. Natrium reagiert nicht mit Hexan. Mit Wasser bildet Natrium Wasserstoff und Natriumhydroxid, die Natronlauge. Der gasförmige Wasserstoff steigt auf und reißt dabei das Natrium mit sich. Im Hexan sinkt das Natrium wieder herab bis es wieder auf Wasser trifft und der Vorgang von neuem beginnt.

Das Phenolphthalein zeigt als Basenindikator die im Wasser entstandenen Hydroxidionen (OH-) der Natronlauge an. Natrium reagiert mit dem Wasser in folgender Weise:

2Na + 2H2O → 2NaOH + H2

Navigation




1 Versuch zurück | 1 Versuch vor

Bewerten

Hinweise

Wenn sich das Natrium am Reagenzglas festsetzt kann es zur Erhitzung und Detonation des Reagenzglases kommen. Der Versuch sollte deshalb in einem Abzug durchgeführt werden und das Reagenzglas vorab gründlich gereinigt werden.

Versuchsvideo

auf youtube ansehen

Versuchsbild

Bild zu Versuch: Tanzendes Natrium

Zum Vergrößern das Bild klicken!

NEU

Das Video und die Anleitung zum Versuch als Downloads findest du in unserem Shop auf netscience.de Schau vorbei und entdecke auch unsere neuen Experimente!