Unter Chemolumineszenz (lumen = lat. für Licht), also das „chemische Leuchten“ versteht man das Ausstrahlen von Licht bei einer chemischen Reaktion. Der findige Leser bemerkt, dass Energie in Form von elektromagnetischer Strahlung, also Licht, des sichtbaren Spektrums des öfteren bei chemischen Reaktionen entsteht.
Das Licht der Chemolumineszenz ist nicht Produkt hoher Temperaturen, sondern kaltes Licht. Dieses Licht ohne spürbaren Wärmeanteil entsteht analog zum Prozess der „warmen Lichtproduktion“. Durch den Übergang eines Elektrons von einem zuvor angeregten Zustand in den Grundzustand wird Energie in Form elektromagnetischer Strahlung abgegeben. Der angeregte Zustand des lumineszierenden Stoffes wird durch die zuvor ablaufende chemische Reaktion erreicht.
Chemolumineszenz kommt in Natur und Alltag vielfach vor. In tiefen Bereichen des Ozeans findet man bei manchen Raubfischen oder Quallenarten Leuchten in verschiedenen Farben. Glühwürmchen sind die alltäglich bekannteren Vertreter der chemischen Kaltleuchten. Im häuslichen Alltag kennen wir das kalte Licht z.B. von Knicklichtern, die auch die nötige chemische Reaktion verdeutlichen.
Beim Knicken mischen sich die „lichtlosen“ Edukte, die im Zusammenspiel in bunten Farben leuchten. Aus dem Fernsehen ist ein weiteres Beispiel für Chemolumineszenz bekannt. Nicht nur dort, sondern auch in der wahren Praxis nutzen Kriminalbeamte, Profiler und ähnliche Sherrifs den Effekt des kalten Leuchtens zum Nachweis von Blutspuren an Tatorten. Bekanntester Vertreter der kalten Leuchten ist das 5-Amino-1,2,3,4-tetrahydrophthalazin-1,4-dion: Luminol!



