Versuch 40: Ein chemischer Drink - Einleitung

Ein Sinne reizender Versuch, der zusammen mit einer Geschichte präsentiert werden sollte, ist der „chemische Drink“. Ein Getränk, das eher die Bezeichnung Trunk verdient, ändert durch Zugabe verschiedener Stoffe mehrfach Farbe und Konsistenz. Wie steht es mit der Geschichte eines exzentrischen Bargastes, der mehrfach seine Bestellung ändert?

Der Ober, als erfahrener Hobbyforscher, kommt den Wünschen prompt durch Zugabe einiger Pulver oder Tinkturen nach. So wandelt sich biblisch das Wasser im Kelch zu Wein, der Wein zu fruchtigem Saft, der Saft zum Tee und dieser zum sprudelnden Champagner. An dieser Stelle ist der Gast in vorliegendem Experiment zufrieden, weitere Stoffumwandlung ist nicht von Nöten.

Dem naturwissenschaftlich interessierten Leser fallen natürlich sofort weitere Wege ein, die dem Gast vielleicht sogar einen Brotteig o.ä. bescheren. Ohne solch weitere Zugaben rührt der Wandel des Getränkes vom Kaliumpermanganat, dem chemischen Chamäleon her. Dieser Stoff ist durch seine tiefviolette Farbe gekennzeichnet. Kern der Verbindung ist ein Manganion, das, je nach Oxidationsstufe und Partner, andere Verbindungen bildet, die sich mit anderen Farben bemerkbar machen. Auch hier hat der Barkeeper einige Stufen und Farben ausgelassen, die z.B Orangensaft ermöglichen – also froh ans mixen weiterer chemischer Getränke!

(Trinken sollte man diese natürlich in gar keinem Fall!!!)

Sicherheitssymbole

Demonstrationsversuch Schutzbrille tragen! Reizend Brandfördernd Schwermetalle im Sammelgefäß sammeln oder umwandeln. Neutralisieren!

Chemikalien

  • Kaliumpermanganat
  • verd. Natronlauge
  • Natriumsulfit
  • verd. Schwefelsäure unter 15%
  • Natriumhydrogencarbonat

Materialien

  • Reaktionskelch
  • Rührstab
  • Spatel

Durchführung

Auf den Boden des Reaktionskelches gibt man wenige Kaliumpermanganatkristalle und füllt den Kelch zu ca. 1/3 mit Wasser. Getränk 1, der Brombeersaft oder Wein ist damit fertig.

Einige Milliliter Natronlauge und eine Spatelspitze Natriumsulfit färben die Lösung grün, wie Waldmeistersaft.

Durch Zugabe von Schwefelsäure färbt sich die Lösung braun, wie Tee.

Weitere Zugabe von Schwefelsäure führt zur Entfärbung des Tees. Die Flüssigkeit ist nun wieder klar, wie Wasser.

Etwas Natriumhydrogencarbonat bringt den Kelch zum Sprudeln - Sekt ist das nächste Getränk in unserer Drinkreihenfolge.

Entsorgung

Die Lösung wird neutralisiert und in den Sammelbehälter für Schwermetalle gegeben

Ergebnisse

In einem ersten Schritt wird das Kaliumpermanganat durch das Natriumsulfit in alkalischem Milieu reduziert.

Die MnO42--Ionen geben die grüne Färbung.

2MnO4- + SO32- + 2OH- → 2MnO42- + SO42- + H2O

Neutralisiert man die Lösung mit wenig Säure, so wird das entstandene Manganat von verbliebenem Sulfit zu braunem Braunstein reduziert.

MnO42- + SO32- + 2H+ → MnO2 + SO42- + H2O

Weitere Säurezugabe führt zu folgender Reaktion und damit zu farblosem Mangansulfat:

MnO2 + SO32- + 2H+ → MnSO4 + H2O

Den sprudelnden Sekt bekommt man durch die Reaktion von überschüssiger Schwefelsäure und dem Natriumhydrogencarbonat.

2NaHCO3 + H2SO4 → 2CO2 + 2H2O + Na2SO4

Das aufsteigende Kohlenstoffdioxid sorgt für die sprudelnde Wirkung.

Navigation




1 Versuch zurück | 1 Versuch vor

Bewerten

Hinweise

%

Versuchsvideo

auf youtube ansehen

Versuchsbild

Bild zu Versuch: Ein chemischer Drink

Zum Vergrößern das Bild klicken!

NEU

Das Video und die Anleitung zum Versuch als Downloads findest du in unserem Shop auf netscience.de Schau vorbei und entdecke auch unsere neuen Experimente!