Versuch 102: Kochen mit Stickstoff Teil 2 - Einleitung

Eis essen gehen ist einer der Wünsche einer jeden Schülergeneration. Der findige Chemie- oder Physiklehrer geht darauf nicht ein; er macht es selbst!

Eis herstellen passt nicht in den Naturwissenschaftsunterricht? Auch in der Herstellung von Eis steckt viel Chemie oder Physik. Das Thema Aggregatzustände lässt sich ideal damit abschließen, wie auch das Thema Kristallisation.

Warum Kristallisation? Das Wasser bildet beim Abkühlen kristallartige Gebilde. An den zunächst kleinen Kristallisationskeimen lagert sich immer mehr Wasser zu großen Strukturen zusammen, die wir als Eis bezeichnen. Zwischen Eis und Eiscreme gibt es nun noch einen wichtigen Unterschied.

Wer einmal in einen Eiswürfel, oder ein angetautes und wieder eingefrorenes Eis gebissen hat, kennt ihn schon. Im Gegensatz zur zarten Eiscreme ist das massive Eis kaum genießbar. In der Eiscreme ist das komplette Auskristallisieren des Eises durch starkes Rühren verhindert worden. Auch Eigelb wird als Emulgator oftmals dazu benutzt das übermäßige Auskristallisieren des Eises zu verhindern und ermöglicht so den cremigen Geschmack den wir vom Speiseeis kennen.

Sicherheitssymbole

Demonstrationsversuch Schutzbrille tragen! Schutzhandschuhe tragen! In den Abfall geben.

Chemikalien

  • Flüssiger Stickstoff
  • Eismischung

Materialien

  • Metallschüssel
  • Holzlöffel
  • Dewar-Gefäß

Durchführung

Damit das entstehende Eis auch genießbar ist, müssen für diesen Versuch Haushaltsgegenstände verwendet werden. Wichtig ist neben den oben genannten Hinweisen das Tragen besonders dicker Handschuhe bei der Eisherstellung.

Man bereitet eine Eismischung in einer Metallschale vor. Dazu haben wir unter der Sektion "Ergebnis" eine Beispielmischung vorbereitet. Hier ist natürlich jedem freie Hand gelassen, selber kreativ zu werden und andere Geschmacksrichtungen zu testen.

Neben Milchspeiseeis lassen sich auch Früchtesorbets aus frischen Früchten, oder Fruchteis aus Fruchtsaft herstellen. In allen Fällen wird die bevorzugte Mischung in eine Metallschale gegeben und ein Dewar-Gefäß mit flüssiger Luft oder flüssigem Stickstoff gefüllt.

Nun gibt man unter stetigem Rühren Stickstoff in die Eismischung. Die genauen Mengen an benötigtem Stickstoff hängen von der Menge der Eismischung und der Schnelligkeit des Zugebens ab. Generell sollte man mit größeren Mengen beginnen und mit dem Voranschreiten der Eisbildung immer weniger hinzugeben.

Entsorgung

%

Ergebnisse

Statt eines Ergebnisses, das sich selbst erklärt hier ein Kochtipp: Das Rezept der Eismischung.

Basis für Speiseeismischungen sind üblicherweise Sahne und Milch. Man kann stattdessen aber auch Joghurt verwenden. Die von uns verwendete Eismischung für ca. 10 Portionen enthält:

1 Becher süße Sahne, 1/2 Becher Vanillesoße, 6 Becher Erdbeerjoghurt, 1 Becher Joghurt (neutral), 500g Erdbeeren, Zucker.

Die Erdbeeren werden gewaschen, geputzt, in kleine Stücke geschnitten und in die Metallschüssel gegeben. Sind gerade keine Erdbeeren vorhanden kann man auch Erdbeermarmelade verwenden. Nun fügt man die Joghurts, die Sahne und optional die Vanillesoße hinzu und schmeckt mit etwas Zucker ab.

Die Speiseeisfertigung kann nach obigem Prozedere beginnen. Wie erwähnt lassen sich so verschiedenste Arten von Sorbets, Eis und Kaltspeisen herstellen. Über weitere Tipps und Anregungen freuen wir uns.

Navigation




1 Versuch zurück | 1 Versuch vor

Bewerten

Hinweise

Bei Versuchen mit flüssiger Luft oder flüssigem Stickstoff muss der Raum stets gut belüftet werden, weil bei andauernder Demonstration große Mengen an Stickstoff frei werden! Grundlegende Vorkehrungen, wie das Tragen von Schutzhandschuhen und Schutzbrille sind bei den tiefen Temperaturen unabdingbar.

Versuchsvideo

auf youtube ansehen

Versuchsbild

Bild zu Versuch: Kochen mit Stickstoff Teil 2

Zum Vergrößern das Bild klicken!

NEU

Das Video und die Anleitung zum Versuch als Downloads findest du in unserem Shop auf netscience.de Schau vorbei und entdecke auch unsere neuen Experimente!